Fünf Tage, vier Kurse, dreimal Ziegenbock, zwei Orte und einmal wären wir fast im Sand stecken geblieben. So in etwa könnte man die vergangenen Kurse in Otjinene und Walvisbay beschreiben. Am späten Mittwoch Nachmittag, den 25. März, fuhren wir zunächst nach Otjinene, 250km nordöstlich von Windhoek. Ein Großteil davon auf Pad. Weit und breit kaum eine Spur von Zivilisation, in etwa alle halbe Stunde kam uns ein Auto entgegen. Irgendwie schön, stundenlang in einer so unberührten Landschaft und menschenleeren Gegend umherzufahren. Völlig ungewohnt für mich, einen Mitteleuropäer. Jedenfalls kamen wir rechtzeitig vor Sonnenuntergang in unserer „at least 5 stars“ Unterkunft Kaumbangere an, ein paar Kilometer vor Otjinene. Freundlich wurden wir von Billy in Empfang genommen, dem Manager sozusagen. Zum ersten Mal eine „Lodge“, die ein wenig afrikanisch war. Zum Trinken gabs nur „fruit juice, we only have fruit juice“. Na gut, daran kann Billy mit Sicherheit noch arbeiten. Abhilfe gabs in einem Store in Otjinene, endlich ein kühles Bier, der Abend war gerettet. Bevor es dann endgültig ins Bett ging, noch ein kurzer Blick auf die Sterne. Man konnte tatsächlich die Milchstraße klar und deutlich sehen, für mich ein Novum. Jedenfalls hab ich bei uns noch nie die Milchstraße nachts am Himmel erblicken können. Korrigiert mich, falls ihr anderer Meinung seid.
Die nächsten zwei Tage hielten wir Kurse wie z.B. „Democracy in Namibia“ für ein Jugendforum in Otjinene. Etwas erstaunt war ich, die Teilnehmer waren etwas älter als ich gedacht habe. Ich lies mir aber erklären, dass unter dem Begriff Jugend Personen im Alter zwischen 18-35 Jahren gemeint sind. Na gut, dann akzeptier ich das halt so. Besonders erwähnen muss ich noch die Organisatorin des Kurses, Aquilla. Sie wusste anscheinend mit Geld umzugehen. Zum Essen wurde kurzerhand ein Ziegenbock vor dem Haus geschlachtet. Für 300 N$ (etwa 25 €) genug Fleisch für zwei Tage und alle Kursteilnehmer. Na wenn sich das nicht mal für die liebe Aquilla gerechnet hat ;).
Am Freitagnachmittag, unmittelbar nach dem Kursende in Otjinene, brachen wir nach Walvisbay auf. Etwa 550km galt es an diesem Tag noch zu bewältigen. Den ersten Teil der Strecke fuhr Hans, den restlichen ich.Und damit direkt gegen die Sonne. Der Sonnenuntergang war zum Ansehen zwar ganz nett, der Himmel färbte sich langsam rot. Doch zum Fahren war das, trotz Sonnenbrille, sehr bescheiden. Fahren nach Gefühl war wieder angesagt *gg*. Bald aber verschwand die Sonne am Horizont und die letzten Kilometer durch die Wüste waren kein Problem. Nach einem kurzen Abstecher in Swakopmund, zum Essen natürlich, kamen wir dann sicher in Walvisbay am späten Abend an. An den darauffolgenden zwei Tagen standen wieder Kurse auf dem Tagesprogramm, diesmal für eine Partei. Das Kursniveau war deutlich höher als bislang und die Gruppe insgesamt hat mir persönlich ziemlich gut gefallen. Engagierte, junge Leute die eine Veränderung in der Politik Namibia’s erreichen wollen.
Nach so viel politischem Talk darf die Phase der Erholung natürlich nicht zu kurz kommen. Da bot der Ausflug zur Düne 7 eine willkommene Abwechslung. Wüste, in meinen Augen ein rießengroßer Sandkasten. Doch der Sand ist unberechenbar, wären wir doch fast auf dem Weg zu dieser berühmten Düne 7 im Sand stecken geblieben. Zum Glück fährt Hans ein kleines, leichtes Auto und ich konnte es mit letzter Kraft aus dem Sand schieben. Dann wäre da noch die Düne an sich. Von unten sah das ganze relativ einfach aus. Die ersten Schritte waren auch schnell gemacht, Barfuß natürlich. Mit der Zeit merkt man, was Sache ist. Vier Schritte nach vorne, drei Schritte zurück. Schließlich bin ich nach einiger Zeit oben angekommen und von Einheimischen mit einer Gipfelhalben empfangen worden … Erste Hilfe für den erschöpften Frank ^^. Die Anstrengung hatte sich gelohnt, ich wurde mit einem wunderschönen Sonnenuntergang belohnt.
Nach abschließendem Gruppenfoto in Walvisbay ging es am späten Sonntagnachmittag wieder zurück nach Windhoek.
Bis zum nächsten Bericht,
Frank
Servus Frank,
echt Top HP Bilder und Berichte sind genial XD, wünsch dir FROHE OSTERN!.
Wird aber auch Zeit dass du wieder heimkommst :) und die erste MTB Tour wartet schon…
Bis dann und bis zur nächsten Videotelefonie ^^
El_Dominik
Deine Bilder (und Berichte) sind perfekt!!!Außerdem das mit den tanzenden Damen: Welche hast du dir ausgesucht? ; (Wenn du noch mehr solche tolle Erlebnisse erlebst kannst du ein Buch schreiben: „Ich in Namibia“) Weiterhinn viel Spaß!!!
Hey Frank,
die tollen Fotos erinnern mich an unsern Geo-LK… Wüsten der Erde, sag ich da nur :) 024 find ich besonders toll. Weiter so!
Liebe Grüße aus dem sonnigen, wenn auch nicht ganz so heißen Altmühltal,
Anika
Deine Erlebnisse und Bilder machen neugierig auf Land und Leute.
Ich bin fast neidisch auf Deinen „Arbeitsurlaub,kannst Du auch typische
Bilder von Windhoek aufnehmen,interessante Bauten,Infrastruktur?
Das hohe Niveau im letzten Seminar kann man gut aus Deinen Bildern
ersehen. Ich freue mich auf deinen nächsten Bericht.
fantastische Bilder !!!!tolles Erlebniss.