Schon fast eine Woche ist seit meiner Ankunft am Flughafen Hosea Kutako, welcher in etwa 40 km östlich von Windhoek liegt, vergangen. Schon beim Anflug mit dem Airbus A330-200 war ich von der überwiegend grünen Landschaft überrascht, hätte ich doch wüstenartiges Terrain erwartet.
Das liegt aber an der noch bis ca. März/April andauernden Regenzeit. So blieb auch ich die letzten Tage nicht vom regnerischen Wetter verschont, mit Ausnahme von heute. Die Temperaturen sind trotzdem sehr angenehm, in etwa 25-30° tagsüber. Jedoch hab ich mir sagen lassen, dass es zur Zeit überdurchschnittlich viel regnet, schon seit Jahren wäre das in diesem Ausmaße nicht mehr der Fall gewesen. Sozusagen ganz zur Freude der Bevölkerung.
Beispielsweise gibt’s nur in der Regenzeit den Omajova, ein rießiger Speisepilz, der von Termiten kultiviert wird. Zubereitet als Sauce, dazu Semmelknödel, sehr lecker, kann ich nur weiterempfehlen. Allerdings bereiten die „Wassermassen“ auch kleinere Probleme. Neben örtlichen Überschwemmungen führen die meist ausgetrockneten Flussbette (Reviere) nun soviel Wasser, dass mancherorts die Straßen unpassierbar sind. Auch treten vermehrt Straßenschäden auf, überwiegend Schlaglöcher, sofern die Straßen asphaltiert sind. In der Regel sind das nur wichtige Verbindungsstraßen und in Orten/Städten. Ansonsten ist auf den üblichen Schotterstraßen (Pads) Vorsicht geboten, vor allem in Kurven.
Auf der Fahrt vom Flughafen nach Windhoek dann endlich die ersten wilden Tiere am Rande der Straße: Springböcke, Rinder, Paviane und Giraffen. Alle paar Kilometer eine Abzweigung zu vereinzelten Häusern/Hütten irgendwo abseits in der weiten Landschaft. Ansonsten recht monoton, aber schön. Angekommen in der Stadt fielen mir gleich die etwas höheren „Grundstückszäune/mauern“ auf, oftmals mit Stacheldraht oder einem elektrischen Zaun zusätzlich gesichert. Glücklicherweise war es zu meiner Unterkunft, in der ich die ersten 5 Nächte verbracht habe, nicht weit. So hab ich mich erstmal ein paar Stunden ausruhen können. Denn im Flugzeug habe ich nicht wirklich schlafen können. Entweder weil sich einer vor mir den Rotwein drübergeschüttet hat, neben mir ein Baby geschrien hat oder mich eine Turbulenz mitten über Afrika aus dem Halbschlaf gerissen hat. Sei’s drum. Am Nachmittag war ich dann halbwegs ausgeruht. Anschließend hab ich mich erstmal ein wenig mit meinem Nachbar in der Wohnung nebenan unterhalten, Ekkehard, ein Pensionär, ehemals in der Umweltbehörde in Schleswig-Holstein. Bevor es dann zu spät geworden wäre, hab ich mich dann noch auf den Weg in den nächsten Supermarkt gemacht. Ich musste mir ja noch unbedingt einen Stromadapter kaufen. Wieder in der Wohnung angekommen, stellte ich fest, dass der Stecker von meinem Notebook-Netzteil trotzdem nicht passt. Kurzerhand habe ich dann einfach mit einem Messer den Adapter zurecht gesägt. So war dann wenigstens die Stromversorgung fürs Wochenende gewährleistet. Glücklicherweise gab’s auch W-LAN, meine Rettung. Den Abend habe ich mit einer eisgekühlten Coke (aus der guten alten Dose!) und einem Film ausklingen lassen.
Die erste Nacht gut überstanden, habe ich mich erstmal ans Frühstückbuffet begeben. Neben den typischen Dingen die es auch bei uns gibt, probierte ich voller Neugier die verschiedenen Marmeladen. Vor allem Kiwi hat’s mir angetan, sehr lecker. Zum Mittagessen ging ich mit Ekkehard zum Restaurant um die Ecke. Ich gönnte mir ein Kudu Steak (eine Antilopen Art). Lediglich die Beilage, so ein süßer Brei, sah aus wie Kartoffelbrei, war nicht so ganz mein Geschmack. Hat echt komisch geschmeckt. Am Abend saßen wir dann zusammen mit Gudrun (die Besitzerin von „The Guest House“, meiner vorübergehenden Unterkunft) an der Bar. Neben dem Bier „Windhoek Lager“, welches nach deutschem Reinheitsgebot gebraut wird und auch wirklich gut schmeckt, flossen noch einige Flaschen von südafrikanischen Rotwein. Obwohl ich ja kein Liebhaber von Rotwein bin, der war seltsamerweise richtig süffig. Schmeckt viel besser als das Gesöff aus Frankreich. Die 14% hat man kaum gemerkt, das nenn ich mal einen guten Wein. Und vor allem ohne Kopfweh am Tag danach, so muss es sein.
Am Montag war dann mein erster Arbeitstag, ganz in der Nähe vom Zentrum in Windhoek. Nachdem ich die ganze Mannschaft kennen gelernt und mich vorgestellt hatte, bin ich auch gleich mit meinem Chef zu einer schulischen Veranstaltung gefahren. Dort wurden die besten Schüler ausgezeichnet, mit Unterstützung der HSF. Den restlichen Tag über durfte ich noch bei Meetings mit verschiedenen Personen dabei sein. Und wie es sich eben so ergeben hat, gab’s wieder Bier und Wein zum Einschlafen. Dabei hat uns die Schwester von der Gudrun wieder einiges über Land und Leute erzählt, wie den Abend zuvor auch schon. Dienstags habe ich mich dann ein wenig im Praktikantenbüro umgesehen. Nachdem ich dann noch meinen eigenen Rechner bekommen habe, staunte ich nicht schlecht als die Adobe CS3 Master Collection installiert war. Ein wenig übertrieben, aber mir soll’s recht sein. Auf dem Abendprogramm stand diesmal Sport. Anschließend ging’s dann noch in eine Sportkneipe, das Fußball spielen war ja schließlich schweißtreibend.
Gestern habe ich dann die Praktikantin getroffen, Sabrina, die seit Oktober hier ist. Sie hat mir dann die grundlegenden Sachen gezeigt, was zu tun ist und mir auch meine Fragen beantworten können. Zusammen waren wir dann noch in der Stadt, beim Einkaufen und haben noch einen Abstich zu ihrer Wohnung gemacht, welche ich seit heute übernommen habe. Dabei durfte ich dann auch gleich die zwei Kampfhunde Hunde Oskar & Frida kennen lernen (Es sind doch keine Kampfhunde, sondern Ridgebacks. Die wurden einst zur Löwenjagd eingesetzt) . Allerdings hatten die beiden sich dermaßen gerauft, dass Frida zum Arzt musste. Sind aber auf jeden Fall ganz liebe Hunde, meistens jedenfalls. Zum Abschied von Sabrina waren wir dann noch in Joe’s Beerhouse. Neben einem kühlen Bier gab’s ein Zebra Steak, was wirklich sehr gut geschmeckt hat.
Heute musste ich dann meine Fahrkünste unter Beweis stellen. Linksverkehr, für mich was völlig Neues. Es ging aber relativ gut, auf der falschen Seite bin ich zumindest nicht gelandet. Lediglich ein paar mal verschalten hab ich mich. Das ist so ungewohnt wenn man mit Links als Rechtshänder schalten muss. Mit der Zeit ging’s dann aber immer besser. Letztendlich habe ich Sabrina sicher zum Flughafen gebracht. Die Strecke war heute richtig gut zum Fahren, bei schönstem Wetter. Ein paar Pavian Familien waren auch neben/auf der Straße unterwegs. Jetzt am Abend habe ich mich noch ein wenig eingerichtet in meiner neuen Wohnung für die nächsten 4 Monate.
Morgen geht’s dann für fünf Tage hoch in den Norden. Ich hoffe, dass ich mit vielen Fotos/Erlebnissen/Eindrücken wieder zurückkomme. Werde mich demnächst wieder melden!
Bis dann
Frank
P.S.: Die Bilder sind von der Wohnung in „The Guest House“, von der Neuen muss ich erst noch welche machen …


Erste!!! Hah ;)
Das klingt ja alles ganz gut! Allerdings… Antilope? Zebra? Und das alles auf dem Teller? Na ja, soll ja wie Rind schmecken ^^ Und CS3 hätte ich auch nicht erwartet…
Die Bilder sind sehr hübsch, freu mich schon auf neue! :)
Liebe Grüße,
Anika
P.S.: „Sind aber auf jeden Fall ganz liebe Hunde“…? ^^