Mit etwas Verspätung melde ich mich mit meinem wöchentlichen Bericht *hust* zurück. Das mit dem wöchentlich konnte ich leider nicht einhalten, aber besser spät als nie. Die letzten zwei Wochen waren im Vergleich zu vorher etwas ruhiger. Mal sehen was meine Erinnerungen so hergeben, fangen wir mal an …
Woche 3
Von Montag bis Freitag war ich in meinen Büros (Ja, ich habe gleich zwei) bei der HSS. Wer sich jetzt fragt, was ich eigentlich dort den ganzen Tag treibe, dem möchte ich das mal an dieser Stelle erläutern.
Meine Hauptaufgabe besteht darin, bei der Organisation & Planung von Seminaren zu helfen. Dazu zählt das Erstellen/Bearbeiten/Ausdrucken von Handouts, Handbooks, Worksheets, Powerpoint Präsentationen, Broschüren. Des weiteren schaue ich, dass die Unterlagen zu den jeweiligen Kursen beisammen und auf dem neuesten Stand sind. Nachdem ich so Formatierungs-Geil bin, vergehe ich mich gerade an sämtlichen Powerpoint Präsentationen und verpasse denen ein schöneres Layout. Manche Leute scheinen einfach kein Auge für ein gutes Layout zu haben. Und natürlich begleite ich unsere Trainer als Assisstent mit zu den Seminaren. Einmal durfte ich sogar ein wenig über die Arbeit der Jungen Union bei uns im Ort erzählen. Falls ich mal mit der Arbeit rund um die Seminare fertig bin, was aber bisher nicht der Fall war, ist und auch sein wird, arbeite ich für das IMLT (Institute for Management and Leadership Training), ein Partner der HSS. Aber weil eben alles ist wie es ist, springe ich täglich von einem Büro ins andere und wieder zurück. Beim IMLT kümmere ich mich um den Satz & Layout von Broschüren, Pflege von Webseiten und sowas. Mit mir kann man das eben machen, jung und dynamisch ^^. Soweit zu meiner Arbeit.
Abends war ich dann meistens unterwegs. Beim abendlichen Festakt zum 100-Jährigen Jubiläum der Deutschen Höheren Privatschule in Windhoek (DHPS). Beim Fußball spielen und anschließend in der Kneipe. Zum Essen beim Inder. Beim Stammtisch von ein paar Bekannten. Oder auch einfach mal „zu Hause“.
Am Wochenende hatte ich quasi frei. Samstags war ich erstmal zum Brunchen bei der DHPS, das wollte ich mir nicht entgehen lassen. Nachmittags nahm mich Hans (einer unserer Trainer) mit zu einer Veranstaltung vom Traditionsverein. Hier begegneten mir ein paar Personen, welche mit ihren Gedankengut offensichtlich in einer anderen Zeit hängengeblieben sind. Mehr will ich dazu nicht sagen. Ansonsten ein schöner Nachmittag, v.a. der Auftritt der Mädls von der Meerdorfer Musikschule war ganz nett. Abends durfte ich ein wenig Nightlife schnuppern, als ich mit einer Bekannten in der Weinbar und im El Cubano war.
Der Abschluss der Woche sollte besonders werden. Denn was kann man sich schöneres vorstellen als eine Farm Rundfahrt an einem sonnigen, warmen Sonntag? Richtig, einen ordentlichen Sonnenbrand den Tag darauf… aber der war es wert. Mit einem alten Toyota, etwas modifiziert damit man hinten drauf sitzen konnte, ging es über Stock und Stein. Ein platter Reifen mitten im Busch war inklusive. Unterschätzt habe ich unser Gefährt allemal, an manchen Passagen hätte ich einen Unimog für angebracht gehalten. Doch das Ungetüm hat sich überall durchgebissen. Hier müssen Autos noch richtig was aushalten. Das Beste war auch noch, als uns die Fahrerin auf irgendwelche Tiere aufmerksam machen wollte. Mit einer Hand hielt ich mich irgendwie fest, in der anderen Hand meine kiloschwere Kamera. Donnern wir voll in ein Schlagloch, ich kurz vorm Abheben, legt sie ne Vollbremsung rein. „Habt ihr nicht gesehen, da war was am Boden… Nicht gesehen?“! Ja ne, is klar ;). Alles in allem eine erlebnisreiche Fahrt, neben den Tieren und der schönen Landschaft.
Woche 4
Das übliche Tagesprogramm. Abends habe ich mich im Angesicht meiner rötlichen Färbung etwas geschont. Im Übrigen hab ich mal die alltäglichen Dinge wie Putzen, Einkaufen usw. erledigt. Muss ja schließlich auch gemacht werden. Am Mittwoch gabs dann ein kleinen Zwischenfall in der Wohnung. Bereits am Vorabend hatte ich mich gewundert, wieso das Wasser nicht fließt. Als am nächsten Morgen noch immer kein Tropfen floss, hab ich mir auch nichts weiter dabei gedacht. Wird am Abend schon wieder funktionieren … Wie ich dann abends erfahren habe, lief das Wasser schon wieder gegen Mittag, und zwar mitten in meine Wohnung. Mein Spülkasten vom WC ist nicht von der neuesten Generation. Der hängt über der Toilette und hat noch eine schicke Kette zum ziehen, kultig das Ding. Auf jeden Fall hat sich irgendwie der Schwimmer verfangen, als das Wasser wieder kam. Und dann lief das Wasser eben über und direkt in meine Wohnung. Glücklicherweise hatte ich nichts Kostbares herumliegen und der Fußboden ist komplett aus Stein. Insofern war’s nicht schlimm, v.a. weil es mein Nebenbewohner bemerkt hat, als er mittags zu Hause war. Der wohnte zuvor in meiner Wohnung und dem passierte mal dasselbe, weshalb er sich an das Plätschern erinnerte.
Auch dieses Wochenende fanden keine Seminare statt. Deshalb konnte ich am Samstag mit jemandem auf die Jagd gehen, auf die Pirschjagd. Springböcke standen auf der Abschussliste. Den Ersten hatten wir schon nach 10 min. erlegt. Ein glatter Schuss ins Herz aus etwa 150m, schön ausgeblutet ist er zugleich. Das wird gutes Fleisch. Für den zweiten Springbock hat es dann etwas mehr Zeit in Anspruch genommen. Quer durch den Busch haben wir die Herden verfolgt, auf der Suche nach dem richtigen Kandidat, ein älteres Männchen. Es war auch immer wieder witzig den Springböcken beim rumhopsen zuzusehen, sieht einfach ulkig aus. Irgendwann war auch der Zweite Springbock gefunden und aus etwa 120m zur Strecke gebracht. Zwischendurch hätten wir fast einen Schakal erwischt, der ist er aber gerade noch rechtzeitig im hohen Gras verschwunden. Glück für ihn. Die zwei Springböcke machen jedenfalls keinen Hupfer mehr. Nach einer kleinen Mittagspause fuhren wir noch zum Vergnügen durch die Farm. Leider gab es kaum Wild zu sehen, die Tiere verkrochen sich im grünen Gebüsch. In ein paar Wochen ist Schluss mit Verstecken Spielen, dann beginnt die Trockenzeit.
Und als wenn ich nicht schon genügend Tiere gesehen hätte, besuchte ich am Sonntag zusammen mit Hans und einem Bekannten die Omaruru Game Lodge. Alle möglichen Tiere soll man da sehen. Ob sich die etwa 3 stündige Anfahrt gelohnt hat? Ich sags mal so: Wenn man bisher fast nichts gesehen hat, ja, ansonsten, nein. Jedenfalls ist das unsere Erfahrung. Deshalb war der Ausflug etwas enttäuschend. Ich hatte schwer darauf gehofft, eines der Big Five zu sehen („Die großen Fünf“: Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe und Leopard). Zu Beginn des Game Drives sah es gar nicht mal so schlecht aus, nach ein paar Minuten vereinzeltt Strauße, zahlreiche Antilopen und am Horizont Elefanten. Unser Fahrer war ab dem Augenblick nur mehr auf die Elefanten fixiert, der wollte die uns unbedingt zeigen. Und wir wollten auch unbedingt zu den Elefanten. Also fuhren wir los, um den Spuren der Elefanten nachzugehen. Leichter gesagt als getan. Selbst unser schwarzer Guide, von dem man es ja irgendwie erwartet, dass er die Elefanten findet, tat sich schwer. Klar, man kann natürlich nicht überall entlang fahren, somit ist das gar nicht so einfach. Vor allem nachdem alles relativ grün und zugewachsen ist. Nach etwa einer Stunde sind wir wieder an der gleichen Stelle rausgekommen, wo wir reingefahren sind. Die Elefanten waren immer noch am Horizont, nur ein kleines Stückchen weitergewandert. Also wieder rein in den Busch, diesmal haben wir andere Wege eingeschlagen. Teilweise war unser Fahrer dann ein wenig frustriert und ist querfeldein gefahren. Selbst ich meine, dass wir von der Orientierung her gar nicht mal so schlecht lagen. Aber von den Elefanten war weit und breit keine Spur. Nach geschlagenen zwei Stunden waren wir abermals an der Ausgangsposition. Diesmal waren auch die Elefanten nicht mehr zu sehen, einfach verschwunden. Sichtlich waren wir alle enttäuscht. Unsere Tour war eigentlich nur für 1,5 Stunden gebucht, jetzt haben wir schon 2 Stunden vergeblich Elefanten gesucht. Es ist ja nicht so, als hätten wir nichts gesehen. Zwischendurch sah man immer wieder Strausse, Giraffen, Zebras, Schakale, allerhand Antilopen und vieles mehr. Aber eben nicht die Elefanten. Kurz vor der Lodge blieben wir in einem Schlammloch stecken, das war die Krönung des Tages. Wenigstens haben wir zum Schluss drei Geparden und einen Leoparden gesehen. Jedoch waren die in einem größeren Gehege, weshalb das nicht wirklich zählt. In Zoo gehen kann ich zu Hause auch.
Einfach kein Glück an diesem Tag, was soll man da machen. Aber noch ist ja genügend Zeit …
Die nächsten Wochen stehen erstmal einige Seminare auf dem Programm.
Bis dann,
Frank