Routine kehrt ein

Mit einem kleinen Nachtrag meld ich mich zurück aus Windhoek. Ursprünglich wollte ich dem letzten Beitrag noch etwas hinzufügen. Ich habe mich aber dazu entschieden, es dem nächsten anzuhängen. Deshalb beginne ich diesen Eintrag mit der ersten Aprilwoche.

Jene Woche brachte ein Novum mit sich. Erstmals wurde die HSF von der namibischen Polizei eingeladen, um über verschiedenste Themen (vorwiegend „organisational skills“) zu referieren. Die Zielgruppe bildeten mittlere bis höhere Beamte aus fast allen 13 Regionen Namibias. Somit war ich mit unseren Trainern von Montag bis Freitag im Israel Patrick Iyambo Police College in Windhoek vor Ort. Ich habe mir sagen lassen, dass diese Einrichtung erst vor ein paar Jahren von Chinesen errichtet wurde. Wenn man das nicht an den bereits zahlreich vorhandenen Baumängeln vermutet hätte. Jedenfalls hat man nicht nur in Europa mit den Chinesen zu kämpfen. Es fällt selbst einem namibischen Bauunternehmer schwer, einen Stundenlohn von 2 N$ (nicht einmal 20 € cent) zu unterbieten. Um wieder auf das Wesentliche zurückzukommen … die Kursteilnehmer waren die Besten, die ich bisher erleben durfte! Eine aktive, humorvolle, wissensdurstige und intellektuelle Gruppe. Solche Teilnehmer hätte ich mir in manch anderen Seminaren gewünscht. Man musste nicht das Gefühl haben vor dem Kurs einen Monolog zu führen. Ganz im Gegenteil, die Teilnehmer haben sich oft und gerne geäußert und obendrein Probleme innerhalb der Police Force geschildert. Das war insofern von Bedeutung, da man den jeweiligen Kurs individuell an die Wünsche und Bedürfnisse der Beamten anpassen konnte. Insgesamt eine rundum sehr gelungene Seminarwoche mit durchweg positiver Resonanz. Ich kann nur hoffen, demnächst wieder einen oder mehrere Kurse für die Polizisten organisieren zu dürfen. Lachen musste ich, als ich dabei war die Evaluierungsbögen einzusammeln und gefragt wurde ob ich nicht selbst einmal einen Kurs halten könnte. Sie würden doch gerne meine Stimme hören! Ja, das waren schon ein paar Spaßvögel :-)

Das Wochenende war recht entspannend. Endlich ausschlafen, wie ich das die letzten Wochen vermisst habe. Einfach bis um 11 Uhr schlummern, ach wie schön. Am Samstagabend hat mich mein Chef zum Grillen eingeladen, da hab ich natürlich nicht nein gesagt. Ferner wurde am Sonntag die Zeit umgestellt, jedoch eine Stunde zurück. Das heisst, dass es jetzt relativ früh dunkel wird. Bereits gegen 18 Uhr verschwindet die Sonne am Horizont. Allmählich kommt der Winter, man merkt es. Ansonsten konnte ich noch ein paar Kleinigkeiten erledigen und war somit das Wochenende über beschäftigt. Der Kühlschrank füllt sich ja leider nicht von selbst …

Alltag erfüllte die darauffolgende Woche, jedoch eine kurze Woche. Ostern stand unmittelbar vor der Tür und schenkte mir ein verlängertes Wochenende, juhu! Diese Gelegenheit nutzte ich um an die Küste zu fahren. Am Freitagvormittag gings in Richtung Okahandja, von dort aus weiter über Karibib und Usakos nach Swakopmund. Die bösen Cops haben uns kurz nach Windhoek mit ihrer Speedpistol rausgezogen, ein paar km/h zu schnell gefahren. Ich bin nicht gefahren, um das mal klarzustellen. Sondern lediglich bei jemanden mitgefahren. Die Strafe über 125 N$ war zu verkraften (etwa 10 €). An dieser Stelle will ich nicht den Namen einer gewissen Organisation erwähnen, die auf den genialen Einfall kam, den Polizisten noch mehr von diesen Speedpistols zu schenken. Wie auch immer, am frühen Nachmittag kamen wir sicher und ohne weitere Strafzettel in Swakopmund an. Mein Fahrer hat mich bei meinem Hotel abgesetzt, unterwegs war ich schließlich alleine. Am Nachmittag hab ich mich erstmal ein wenig in Swakopmund und vor allem am Strand umgesehen und das schöne Wetter bei herrlichem Blick auf den Atlantik genossen. Pünktlich zum Abendessen begab ich mich allmählich auf den Weg ins Tiger Reef. Eine stylische, auf den Sand gebaute Beach Bar direkt am Strand. Ein wahrlich feuchtfröhlicher Abend. Mein Müsli am nächsten Morgen habe ich mehr angestarrt als ausgelöffelt, so richtig Hunger hatte ich nicht. Insider wissen, was das heisst ;). Der Tag war somit halbwegs gelaufen, fast jedenfalls. Kurz vor Sonnenuntergang zog ich mit meiner Kamera los um diesen schönen Moment festzuhalten. Und einen erneuten Besuch in der Beach Bar lies ich mir nicht nehmen. Bis dahin war ich schon wieder fit! Diesmal ging ich die Sache aber etwas langsamer an und lernte bei geselliger Wasserpfeiffenrunde viele neue Leute kennen.

Am Ostersonntag hab ich beim Frühstücksbuffet gleich doppelt zugelangt, kein Vergleich zum Vortag. Schließlich galt es ja einiges nachzuholen. Dabei durfte natürlich ein bunt bemaltes Osterei nicht fehlen. Auf dem Tagesprogramm stand der Besuch des Museum von Swakopmund und ein kleiner Abstecher ins Meeres Aquarium. Zum Festmahl gabs frische, leckere Calamari. Wenn man schon an der Küste ist, kann man wenigstens Fisch essen, dachte ich. Am späten Nachmittag hab ich ein erfrischendes Bad im kalten, rauen Atlantik genommen. Zum Schwimmen waren die Wellen jedoch zu hoch. Und wer hätte es gedacht, abermals verbrachte ich den Abend bei einem schönen Sonnenuntergang in der Beach Bar. Trotz allem musste ich am nächsten Morgen früh raus weil ich vor folgendes Problem gestellt wurde: Mein Fahrer ist schon frühzeitig am Sonntagabend zurück nach Windhoek gefahren. Da sein Handy kaputt war, konnte er mich nicht erreichen. Selbst die Telefonzellen wollten nicht funktionieren. An meiner Zimmertür fand ich wenigstens einen Zettel, auf dem er mir das mitgeteilt hat. Blöd gelaufen, sag ich mal. Aber das änderte nichts daran, dass ich nun irgendwie eine Mitfahrgelegenheit nach Windhoek suchen musste. Zunächst habe ich die Abreisenden im Hotel befragt, Fehlanzeige. Mir wurde dann empfohlen bei Shuttel Diensten anzurufen. Gesagt, getan. Die waren alle ausgebucht und zudem schon frühmorgens um 7 Uhr abgefahren. Na toll, dachte ich mir. Die letzte Möglichkeit, die man mir empfohlen hatte, war, auf den Mainliner zu warten – ein täglich verkehrender Bus zwischen Swakopmund und Windhoek. Die Aussichten auf einen Platz waren gering. Da noch bis 13 Uhr Zeit war, konnte ich in aller Ruhe durch Swakopmund spazieren und ein paar Fotos machen. Meine Idee, frühzeitig an der Haltestelle zu sein, hat sich dann ausbezahlt. Der Bus war eigentlich schon ausgebucht. Mein Argument zwei Stunden in der Mittagshitze hier gewartet zu haben war überzeugend. So hab ich einen eigentlich nicht vorhandenen Platz vorne beim Personal ergattern können, sozusagen in erster Reihe. Nach etwa fünf Stunden Fahrt bin ich am frühen Abend in Windhoek angekommen.

Vergangene Woche ist nichts besonderes geschehen, Alltag wie eh und je. Am Dienstagabend wie üblich Sport und am Mittwoch war noch Entwicklungshelferstammtisch. Das Wochenende hatte ich frei und konnte somit endlich mal zum Shoppen gehen. Zugegeben, mein Plan ist nicht ganz aufgegangen wie ich wollte. Gestern bin ich erst kurz nach Mittag Richtung Maerua Mall (DIE Einkaufsmeile in Windhoek) losgezogen. Nur blöd, dass die meisten Läden bereits um 13/14 Uhr geschlossen haben. Argh, wo gibt’s denn sowas … wieso schließen die am Samstag so früh? Andererseits haben die meisten Läden auch Sonntags geöffnet, zu den selben Uhrzeiten. Also hab ich mich heute etwas früher aus dem Bett bequemen müssen. An die Ladenöffnungszeiten muss ich mich definitiv erst gewöhnen.

Der nächste Bericht folgt bald, in schätzungsweise drei Wochen. Bis dahin,

Frank

Elefanten auf 12 Uhr !

Mit etwas Verspätung melde ich mich mit meinem wöchentlichen Bericht *hust* zurück. Das mit dem wöchentlich konnte ich leider nicht einhalten, aber besser spät als nie. Die letzten zwei Wochen waren im Vergleich zu vorher etwas ruhiger. Mal sehen was meine Erinnerungen so hergeben, fangen wir mal an …

Woche 3

Von Montag bis Freitag war ich in meinen Büros (Ja, ich habe gleich zwei) bei der HSS. Wer sich jetzt fragt, was ich eigentlich dort den ganzen Tag treibe, dem möchte ich das mal an dieser Stelle erläutern.

Meine Hauptaufgabe besteht darin, bei der Organisation & Planung von Seminaren zu helfen. Dazu zählt das Erstellen/Bearbeiten/Ausdrucken von Handouts, Handbooks, Worksheets, Powerpoint Präsentationen, Broschüren. Des weiteren schaue ich, dass die Unterlagen zu den jeweiligen Kursen beisammen und auf dem neuesten Stand sind. Nachdem ich so Formatierungs-Geil bin, vergehe ich mich gerade an sämtlichen Powerpoint Präsentationen und verpasse denen ein schöneres Layout. Manche Leute scheinen einfach kein Auge für ein gutes Layout zu haben. Und natürlich begleite ich unsere Trainer als Assisstent mit zu den Seminaren. Einmal durfte ich sogar ein wenig über die Arbeit der Jungen Union bei uns im Ort erzählen. Falls ich mal mit der Arbeit rund um die Seminare fertig bin, was aber bisher nicht der Fall war, ist und auch sein wird, arbeite ich für das IMLT (Institute for Management and Leadership Training), ein Partner der HSS. Aber weil eben alles ist wie es ist, springe ich täglich von einem Büro ins andere und wieder zurück. Beim IMLT kümmere ich mich um den Satz & Layout von Broschüren, Pflege von Webseiten und sowas. Mit mir kann man das eben machen, jung und dynamisch ^^. Soweit zu meiner Arbeit.

Abends war ich dann meistens  unterwegs. Beim abendlichen Festakt zum 100-Jährigen Jubiläum der Deutschen Höheren Privatschule in Windhoek (DHPS). Beim Fußball spielen und anschließend in der Kneipe. Zum Essen beim Inder. Beim Stammtisch von ein paar Bekannten. Oder auch einfach mal „zu Hause“.

Am Wochenende hatte ich quasi frei. Samstags war ich erstmal zum Brunchen bei der DHPS, das wollte ich mir nicht entgehen lassen. Nachmittags nahm mich Hans (einer unserer Trainer) mit zu einer Veranstaltung vom Traditionsverein. Hier begegneten mir ein paar Personen, welche mit ihren Gedankengut offensichtlich in einer anderen Zeit hängengeblieben sind. Mehr will ich dazu nicht sagen. Ansonsten ein schöner Nachmittag, v.a. der Auftritt der Mädls von der Meerdorfer Musikschule war ganz nett. Abends durfte ich ein wenig Nightlife schnuppern, als ich mit einer Bekannten in der Weinbar und im El Cubano war.

Der Abschluss der Woche sollte besonders werden. Denn was kann man sich schöneres vorstellen als eine Farm Rundfahrt an einem sonnigen, warmen Sonntag? Richtig, einen ordentlichen Sonnenbrand den Tag darauf… aber der war es wert. Mit einem alten Toyota, etwas modifiziert damit man hinten drauf sitzen konnte, ging es über Stock und Stein. Ein platter Reifen mitten im Busch war inklusive. Unterschätzt habe ich unser Gefährt allemal, an manchen Passagen hätte ich einen Unimog für angebracht gehalten. Doch das Ungetüm hat sich überall durchgebissen. Hier müssen Autos noch richtig was aushalten. Das Beste war auch noch, als uns die Fahrerin auf irgendwelche Tiere aufmerksam machen wollte. Mit einer Hand hielt ich mich irgendwie fest, in der anderen Hand meine kiloschwere Kamera. Donnern wir voll in ein Schlagloch, ich kurz vorm Abheben, legt sie ne Vollbremsung rein. „Habt ihr nicht gesehen, da war was am Boden… Nicht gesehen?“! Ja ne, is klar ;). Alles in allem eine erlebnisreiche Fahrt, neben den Tieren und der schönen Landschaft.

Woche 4

Das übliche Tagesprogramm. Abends habe ich mich im Angesicht meiner rötlichen Färbung etwas geschont. Im Übrigen hab ich mal die alltäglichen Dinge wie Putzen, Einkaufen usw. erledigt. Muss ja schließlich auch gemacht werden. Am Mittwoch gabs dann ein kleinen Zwischenfall in der Wohnung. Bereits am Vorabend hatte ich mich gewundert, wieso das Wasser nicht fließt. Als am nächsten Morgen noch immer kein Tropfen floss, hab ich mir auch nichts weiter dabei gedacht. Wird am Abend schon wieder funktionieren … Wie ich dann abends erfahren habe, lief das Wasser schon wieder gegen Mittag, und zwar mitten in meine Wohnung. Mein Spülkasten vom WC ist nicht von der neuesten Generation. Der hängt über der Toilette und hat noch eine schicke Kette zum ziehen, kultig das Ding. Auf jeden Fall hat sich irgendwie der Schwimmer verfangen, als das Wasser wieder kam. Und dann lief das Wasser eben über und direkt in meine Wohnung. Glücklicherweise hatte ich nichts Kostbares herumliegen und der Fußboden ist komplett aus Stein. Insofern war’s nicht schlimm, v.a. weil es mein Nebenbewohner bemerkt hat, als er mittags zu Hause war. Der wohnte zuvor in meiner Wohnung und dem passierte mal dasselbe, weshalb er sich an das Plätschern erinnerte.

Auch dieses Wochenende fanden keine Seminare statt. Deshalb konnte ich am Samstag mit jemandem auf die Jagd gehen, auf die Pirschjagd. Springböcke standen auf der Abschussliste. Den Ersten hatten wir schon nach 10 min. erlegt. Ein glatter Schuss ins Herz aus etwa 150m, schön ausgeblutet ist er zugleich. Das wird gutes Fleisch. Für den zweiten Springbock hat es dann etwas mehr Zeit in Anspruch genommen. Quer durch den Busch haben wir die Herden verfolgt, auf der Suche nach dem richtigen Kandidat, ein älteres Männchen. Es war auch immer wieder witzig den Springböcken beim rumhopsen zuzusehen, sieht einfach ulkig aus. Irgendwann war auch der Zweite Springbock gefunden und aus etwa 120m zur Strecke gebracht. Zwischendurch hätten wir fast einen Schakal erwischt, der ist er aber gerade noch rechtzeitig im hohen Gras verschwunden. Glück für ihn. Die zwei Springböcke machen jedenfalls keinen Hupfer mehr. Nach einer kleinen Mittagspause fuhren wir noch zum Vergnügen durch die Farm. Leider gab es kaum Wild zu sehen, die Tiere verkrochen sich im grünen Gebüsch. In ein paar Wochen ist Schluss mit Verstecken Spielen, dann beginnt die Trockenzeit.

Und als wenn ich nicht schon genügend Tiere gesehen hätte, besuchte ich am Sonntag zusammen mit Hans und einem Bekannten die Omaruru Game Lodge. Alle möglichen Tiere soll man da sehen. Ob sich die etwa 3 stündige Anfahrt gelohnt hat? Ich sags mal so: Wenn man bisher fast nichts gesehen hat, ja, ansonsten, nein. Jedenfalls ist das unsere Erfahrung. Deshalb war der Ausflug etwas enttäuschend. Ich hatte schwer darauf gehofft, eines der Big Five zu sehen („Die großen Fünf“: Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe und Leopard). Zu Beginn des Game Drives sah es gar nicht mal so schlecht aus, nach ein paar Minuten vereinzeltt Strauße, zahlreiche Antilopen und am Horizont Elefanten. Unser Fahrer war ab dem Augenblick nur mehr auf die Elefanten fixiert, der wollte die uns unbedingt zeigen. Und wir wollten auch unbedingt zu den Elefanten. Also fuhren wir los, um den Spuren der Elefanten nachzugehen. Leichter gesagt als getan. Selbst unser schwarzer Guide, von dem man es ja irgendwie erwartet, dass er die Elefanten findet, tat sich schwer. Klar, man kann natürlich nicht überall entlang fahren, somit ist das gar nicht so einfach. Vor allem nachdem alles relativ grün und zugewachsen ist. Nach etwa einer Stunde sind wir wieder an der gleichen Stelle rausgekommen, wo wir reingefahren sind. Die Elefanten waren immer noch am Horizont, nur ein kleines Stückchen weitergewandert. Also wieder rein in den Busch, diesmal haben wir andere Wege eingeschlagen. Teilweise war unser Fahrer dann ein wenig frustriert und ist querfeldein gefahren. Selbst ich meine, dass wir von der Orientierung her gar nicht mal so schlecht lagen. Aber von den Elefanten war weit und breit keine Spur. Nach geschlagenen zwei Stunden waren wir abermals an der Ausgangsposition. Diesmal waren auch die Elefanten nicht mehr zu sehen, einfach verschwunden. Sichtlich waren wir alle enttäuscht. Unsere Tour war eigentlich nur für 1,5 Stunden gebucht, jetzt haben wir schon 2 Stunden vergeblich Elefanten gesucht. Es ist ja nicht so, als hätten wir nichts gesehen. Zwischendurch sah man immer wieder Strausse, Giraffen, Zebras, Schakale, allerhand Antilopen und vieles mehr. Aber eben nicht die Elefanten. Kurz vor der Lodge blieben wir in einem Schlammloch stecken, das war die Krönung des Tages. Wenigstens haben wir zum Schluss drei Geparden und einen Leoparden gesehen. Jedoch waren die in einem größeren Gehege, weshalb das nicht wirklich zählt. In Zoo gehen kann ich zu Hause auch.

Einfach kein Glück an diesem Tag, was soll man da machen. Aber noch ist ja genügend Zeit …

Die nächsten Wochen stehen erstmal einige Seminare auf dem Programm.

Bis dann,


Frank

Die ersten Tage

Schon fast eine Woche ist seit meiner Ankunft am Flughafen Hosea Kutako, welcher in etwa 40 km östlich von Windhoek liegt, vergangen. Schon beim Anflug mit dem Airbus A330-200 war ich von der überwiegend grünen Landschaft überrascht, hätte ich doch wüstenartiges Terrain erwartet.

Das liegt aber an der noch bis ca. März/April andauernden Regenzeit. So blieb auch ich die letzten Tage nicht vom regnerischen Wetter verschont, mit Ausnahme von heute. Die Temperaturen sind trotzdem sehr angenehm, in etwa 25-30° tagsüber. Jedoch hab ich mir sagen lassen, dass es zur Zeit überdurchschnittlich viel regnet, schon seit Jahren wäre das in diesem Ausmaße nicht mehr der Fall gewesen. Sozusagen ganz zur Freude der Bevölkerung.

Beispielsweise gibt’s nur in der Regenzeit den Omajova, ein rießiger Speisepilz, der von Termiten kultiviert wird. Zubereitet als Sauce, dazu Semmelknödel, sehr lecker, kann ich nur weiterempfehlen. Allerdings bereiten die „Wassermassen“ auch kleinere Probleme. Neben örtlichen Überschwemmungen führen die meist ausgetrockneten Flussbette (Reviere) nun soviel Wasser, dass mancherorts die Straßen unpassierbar sind. Auch treten vermehrt Straßenschäden auf, überwiegend Schlaglöcher, sofern die Straßen asphaltiert sind. In der Regel sind das nur wichtige Verbindungsstraßen und in Orten/Städten. Ansonsten ist auf den üblichen Schotterstraßen (Pads) Vorsicht geboten, vor allem in Kurven.

Auf der Fahrt vom Flughafen nach Windhoek dann endlich die ersten wilden Tiere am Rande der Straße: Springböcke, Rinder, Paviane und Giraffen. Alle paar Kilometer eine Abzweigung zu vereinzelten Häusern/Hütten irgendwo abseits in der weiten Landschaft. Ansonsten recht monoton, aber schön. Angekommen in der Stadt fielen mir gleich die etwas höheren „Grundstückszäune/mauern“ auf, oftmals mit Stacheldraht oder einem elektrischen Zaun zusätzlich gesichert. Glücklicherweise war es zu meiner Unterkunft, in der ich die ersten 5 Nächte verbracht habe, nicht weit. So hab ich mich erstmal ein paar Stunden ausruhen können. Denn im Flugzeug habe ich nicht wirklich schlafen können. Entweder weil sich einer vor mir den Rotwein drübergeschüttet hat, neben mir ein Baby geschrien hat oder mich eine Turbulenz mitten über Afrika aus dem Halbschlaf gerissen hat. Sei’s drum. Am Nachmittag war ich dann halbwegs ausgeruht. Anschließend hab ich mich erstmal ein wenig mit meinem Nachbar in der Wohnung nebenan unterhalten, Ekkehard, ein Pensionär, ehemals in der Umweltbehörde in Schleswig-Holstein. Bevor es dann zu spät geworden wäre, hab ich mich dann noch auf den Weg in den nächsten Supermarkt gemacht. Ich musste mir ja noch unbedingt einen Stromadapter kaufen. Wieder in der Wohnung angekommen, stellte ich fest, dass der Stecker von meinem Notebook-Netzteil trotzdem nicht passt. Kurzerhand habe ich dann einfach mit einem Messer den Adapter zurecht gesägt. So war dann wenigstens die Stromversorgung fürs Wochenende gewährleistet. Glücklicherweise gab’s auch W-LAN, meine Rettung. Den Abend habe ich mit einer eisgekühlten Coke (aus der guten alten Dose!) und einem Film ausklingen lassen.

Die erste Nacht gut überstanden, habe ich mich erstmal ans Frühstückbuffet begeben. Neben den typischen Dingen die es auch bei uns gibt, probierte ich voller Neugier die verschiedenen Marmeladen. Vor allem Kiwi hat’s mir angetan, sehr lecker. Zum Mittagessen ging ich mit Ekkehard zum Restaurant um die Ecke. Ich gönnte mir ein Kudu Steak (eine Antilopen Art). Lediglich die Beilage, so ein süßer Brei, sah aus wie Kartoffelbrei, war nicht so ganz mein Geschmack. Hat echt komisch geschmeckt. Am Abend saßen wir dann zusammen mit Gudrun (die Besitzerin von „The Guest House“, meiner vorübergehenden Unterkunft) an der Bar. Neben dem Bier „Windhoek Lager“, welches nach deutschem Reinheitsgebot gebraut wird und auch wirklich gut schmeckt, flossen noch einige Flaschen von südafrikanischen Rotwein. Obwohl ich ja kein Liebhaber von Rotwein bin, der war seltsamerweise richtig  süffig. Schmeckt viel besser als das Gesöff aus Frankreich. Die 14% hat man kaum gemerkt, das nenn ich mal einen guten Wein. Und vor allem ohne Kopfweh am Tag danach, so muss es sein.

Am Montag war dann mein erster Arbeitstag, ganz in der Nähe vom Zentrum in Windhoek. Nachdem ich die ganze Mannschaft kennen gelernt und mich vorgestellt hatte, bin ich auch gleich mit meinem Chef zu einer schulischen Veranstaltung gefahren. Dort wurden die besten Schüler ausgezeichnet, mit Unterstützung der HSF. Den restlichen Tag über durfte ich noch bei Meetings mit verschiedenen Personen dabei sein. Und wie es sich eben so ergeben hat, gab’s wieder Bier und Wein zum Einschlafen. Dabei hat uns die Schwester von der Gudrun wieder einiges über Land und Leute erzählt, wie den Abend zuvor auch schon. Dienstags habe ich mich dann ein wenig im Praktikantenbüro umgesehen. Nachdem ich dann noch meinen eigenen Rechner bekommen habe, staunte ich nicht schlecht als die Adobe CS3 Master Collection installiert war. Ein wenig übertrieben, aber mir soll’s recht sein. Auf dem Abendprogramm stand diesmal Sport. Anschließend ging’s dann noch in eine Sportkneipe, das Fußball spielen war ja schließlich schweißtreibend.

Gestern habe ich dann die Praktikantin getroffen, Sabrina, die seit Oktober hier ist. Sie hat mir dann die grundlegenden Sachen gezeigt, was zu tun ist und mir auch meine Fragen beantworten können. Zusammen waren wir dann noch in der Stadt, beim Einkaufen und haben noch einen Abstich zu ihrer Wohnung gemacht, welche ich seit heute übernommen habe. Dabei durfte ich dann auch gleich die zwei Kampfhunde Hunde Oskar & Frida kennen lernen (Es sind doch keine Kampfhunde, sondern Ridgebacks. Die wurden einst zur Löwenjagd eingesetzt) . Allerdings hatten die beiden sich dermaßen gerauft, dass Frida zum Arzt musste. Sind aber auf jeden Fall ganz liebe Hunde, meistens jedenfalls. Zum Abschied von Sabrina waren wir dann noch in Joe’s Beerhouse. Neben einem kühlen Bier gab’s ein Zebra Steak, was wirklich sehr gut geschmeckt hat.

Heute musste ich dann meine Fahrkünste unter Beweis stellen. Linksverkehr, für mich was völlig Neues. Es ging aber relativ gut, auf der falschen Seite bin ich zumindest nicht gelandet. Lediglich ein paar mal verschalten hab ich mich. Das ist so ungewohnt wenn man mit Links als Rechtshänder schalten muss. Mit der Zeit ging’s dann aber immer besser. Letztendlich habe ich Sabrina sicher zum Flughafen gebracht. Die Strecke war heute richtig gut zum Fahren, bei schönstem Wetter. Ein paar Pavian Familien waren auch neben/auf der Straße unterwegs. Jetzt am Abend habe ich mich noch ein wenig eingerichtet in meiner neuen Wohnung für die nächsten 4 Monate.

Morgen geht’s dann für fünf Tage hoch in den Norden. Ich hoffe, dass ich mit vielen Fotos/Erlebnissen/Eindrücken wieder zurückkomme. Werde mich demnächst wieder melden!

Bis dann

Frank

P.S.: Die Bilder sind von der Wohnung in „The Guest House“, von der Neuen muss ich erst noch welche machen …